Foto-Tipp: Wie viel Kontrast soll es sein?

Ich wage mal eine Aussage: Sehr viele Bilder, denen wir heute begegnen, sind «überkontrastriert». Ups… ob es dieses Wort wirklich gibt? Was ich sagen will, ist, dass Bilder oft zu viel Kontrast aufweisen. Ob das mit dem allgemeinen «möglichst-laut-und-grell-Trend» zu tun hat? Mag sein.

Fakt ist, dass die Auto-Optimierungseinstellungen vieler Bildbearbeitungsprogramme, einschliesslich den Profi-Anwendungen wie Lightroom oder Photoshop, den Bildern für meinen Geschmack zu viel Kontrast hinzufügen. Deshalb ist von diesem bequemen «Auto-Button» eher abzuraten. Wenn es um eine subtile Tonwertabstufung geht, ist diese Automatisierung nahezu unbrauchbar.

Es gibt Motive, denen zu viel Kontrast nicht gut tut, ja sogar die eigentliche Bildstimmung verloren gehen kann. Ein Beispiel dafür ist dieses winterliche Foto, bei dem ich den Kontrast sogar noch zurück genommen und etwas Aufhelllicht (Fülllicht) beigegeben habe. Dank diesem manuellen Eingriff sieht man in den Wald hinein (verschneite Baustämme) und das Schneetreiben ist gut erkennbar. Die ganze Stimmung kommt so herüber, wie sie auch war. Solche Motive sollten feinfühlig bearbeitet und nicht per Auto-Optimierung «totgemacht» werden.

Manuelle Nachbearbeitung in Lightroom mit weniger Kontrast:

Die diffuse Stimmung am Aufnahmeort bleibt erhalten. Der verschneite Wald wird sehr detailliert dargestellt, man kann sogar in ihn hinein sehen. Das Schneetreiben ist deutlich sichtbar.

RAW-Konvertierung in Lightroom mit automatischer Tonwertkorrektur:

Das Bild wird durch überhöhten Kontrast sozusagen «gecleaned», der Eingang zum Wald wird fast schwarz. Das Bild verliert an Differenzierung, in diesem Fall damit leider auch an Stimmung.

Was ist eure Meinung dazu?

Wie haltet ihr es mit den Kontrasten? Was haltet ihr von den Auto-Optimierungsfunktionen der Bildbearbeitungsprogramme? Feedback hier im Blog jederzeit willkommen und erwünscht.

cKommentare

  1. SiZr | 25 Jan 2011 um 21:58 | Antworten

    Ja, da hast du recht. Ich bin genau der Überkontrast-Typ (ob es dieses Wort überhaupt…).
    Ich nehm mir gleich vor, mich mal wieder etwas zurück zu halten.

  2. Jonathan | 20 Feb 2011 um 23:36 | Antworten

    Ich bin auch kein Freund der “Bequemen Auto-Buttons” für Kontrasterzeugung. Ab- und an schaue ich bei bestimmten Bildern was der Auto-button hergibt. In der Regel verwerfe ich diese, ich nenne es mal “Vorschläge” . Denn als Solches betrachte ich Auto-Funktionen bezüglich Farbkorrekturen – Vorschläge.
    Nichts desto troz finde ich Auto-Funktionen sehr hilfreich für eine gewisse Orientierungen.

    Jedes Bild ist individuell. Und hinter jedem Bild stecken individuelle Ideen. Ich persönlich schiebe die Regler daher fein säuberlich mit der Hand.

    Lieben Gruss,
    Jonathan

    PS: toller Blog, ab jetzt gibs nen Abbo ;)

    • bildwerksatt.ch | 20 Feb 2011 um 23:47 | Antworten

      Herzlichen Dank für deinen Beitrag und das Kompliment. Es freut mich, jemanden wie dich zu meinen Abonnenten zählen zu dürfen. :-)

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