Bildpaare haben auf mich immer wieder eine ganz besondere Faszination. Nämlich dann, wenn sich durch das Zeigen von zwei Fotos direkt nebeneinander kontextuell eine dritte, neue Bildaussage ergibt, die erst durch das gleichzeitige Zeigen der zwei Einzelbilder entstehen kann. Diese dritte Bildaussage kann von verschiedenen Betrachtenden des Bildpaares durchaus unterschiedlich ausfallen. Je nach dem, was eine Person in den zwei Bildern sieht, wie sie sie versteht.
Bildpaare können ziemlich offensichtlich daherkommen, das heisst, eine Gesamtaussage liegt auf der Hand. Es sind aber auch ganz subtile Bildkombinationen denkbar, bei denen der tiefere Sinn des Bildpaares erst nach längerer Auseinandersetzung mit den zwei Einzelbildern erkennbar wird. Er kann – muss aber nicht – weit entfernt vom Inhalt der zwei Einzelbilder sein.
Bildpaare zu fotografieren macht ausserordentlich Spass und schärft das fotografische Sehen. Selbst banale Gemeinsamkeiten wie Farben, Formen oder Strukturen von an sich völlig unterschiedlichen Dingen wirken in kombinierter Darstellung toll. Aber auch Gegensätze in solchen Bildpaaren zu zeigen, kann zum interessanten und spannenden Prozess werden.
In Bildpaaren haben wir es sozusagen mit fremden Freunden zu tun: Zwei Einzelfotos, die Menschen oder Dinge zeigen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, in direkter Kombination als Bildpaar aber bestens zueinander passen – wie dicke Freunde eben.














