Ende August durfte ich in ein grösseres Fotostudio umziehen. Es macht richtig Freude, mehr Platz zur Verfügung zu haben. Die kreativen Möglichkeiten in der Studiofotografie erhöhen sich mit einer grösseren Studiofläche exponentiell. Das ist toll!
Der neue Studioraum im Dachgeschoss mit sichtbaren, antiken Dachbalken barg jedoch eine wirklich grosse Herausforderung: Wie montiere ich das FOBA Hintergrundsystem mit einer Breite von total etwa 3,85 Metern? Es geht um zwei Hintergrundpapierrollen in Weiss resp. in Schwarz. Sie sollten an gleicher Stelle nahe hintereinander montiert werden.
Übliche Variante 1: An die Wand.
Weil die Wand nur knapp 2,5 Meter hoch ist und dann die Dachschräge beginnt, geht das nicht. Ein Hintergrundsystem soll auf mindestens 4-5 Meter aufgezogen werden können. Vielleicht an die stirnseitigen Wände des Raumes? Geht auch nicht, da auf der einen Seite eine Galerie in den Raum ragt und auf der anderen Seite sind die Fenster – zudem ist der Raum nur 5,7 Meter breit, was für mein Vorhaben zu kurz ist.
Übliche Variante 2: An die Decke.
Wie schon erwähnt, beginnt ab etwa 2,5 Meter Wandhöhe die Dachschräge, die vertäfert ist. Unmöglich, zwei je 25-30 kg schwere Hintergrundpapierrollen an den Täfer zu montieren. Geht also auch nicht.
Was FOBA dafür zu bieten hat:
Das Montagezubehör von FOBA erschöpft sich in Montagehaken für einzelne Papierrollen oder Werkstücken, die drei Papierrollen fassen können, siehe Bilder. In meinem Fall sind es zwei Hintergründe, die aufgehängt werden sollen. Diese Aufhängevorrichtungen eignen sich wahlweise für eine Wand- oder Deckenmontage. Wie vorstehend erwähnt, funktioniert bei meinem für ein Fotostudio ansonsten tollen Raum aber weder das eine noch das andere.



(Bilder: Profot AG, Lieferant für FOBA-Produkte)
Da sind ja noch die Dachbalken… aber FOBA enttäuscht!
Die Dachbalken wären in etwa an der richtigen Stelle im Raum, allerdings nur etwa 20 cm breit und sie weisen erst noch abgerundete Kanten auf. Die 3er-Montagestücke können nach eingehender Prüfung nicht ausreichend sicher am Dachbalken befestigt werden. Was nun? Bevor ich mir eine Eigenkonstruktion ausdenke, liegt es nahe, zuerst beim Lieferanten des Hintergrundsystems (FOBA) nachzufragen. Vielleicht gibt es für mein Problem ja bereits eine Lösung. Ich bestelle also den Vertreter von Profot ins Studio, um mich beraten zu lassen. Spontan weiss keine Lösung, fotografiert aber die Situation und fragt mit den Bildern bei FOBA nach. Gemäss deren Webseite kann man dort ja auch Spezialanfertigungen bestellen. Aber leider Fehlanzeige: FOBA könne mir keine Lösung bieten. Bei deren stolzen Produktpreisen enttäuscht mich das schon etwas.
Das Unmögliche möglich gemacht – dank cleveren Heizungsmonteuren!
Da im gleichen Haus wie mein Fotostudio die Heizungsfirma Lehmann 2000 AG ansässig ist, fragte ich dort um Rat – und bekam ihn. Nach einigen gemeinsamen Ideen, Konstruktionszeichnungen, Diskussionen und Vermessungen war die Lösung gefunden: Zwei selbst hergestellte Stahlwerkstücke, mit passenden Schraubenlöchern für die Montage an den Dachbalken versehen, daran im richtigen Abstand angeschweisst die zwei Einzelhaken-Paare von FOBA. Das eine Montagestück ist sogar höhenverstellbar, damit die Papierrollen genau horizontal ausgerichtet werden können.
So sieht das Ganze nun aus:

Halterung für FOBA-Hintergrund an Dachbalken Marke Eigenbau
Einziger Wermutstropfen: Auf Grund von Querbalken in der Dachkonstruktion musste die Originalbreite der Hintergründe von 3,55 Meter um 15 cm gekürzt werden, da die Montage sonst nicht möglich gewesen wäre. Damit kann ich aber gut leben.
Herzlichen Dank an meine Helden!
Nun ist es geschafft und die Fotoshootings können los gehen. Ich bedanke mich bei allen beteiligten Mitarbeitenden von Lehmann 2000 AG, insbesondere bei Sven, der sich über Wochen intensiv mit meinem Montageproblem befasste und Lösungen suchte, bei Mario, der die zwei Montagewerkstücke professionell herstellte und das Material (Papierrollen, Stahlrohre, Abschlussstangen) wie erforderlich kürzte und bei Erwin, der trotz einer starken Erkältung fast einen ganzen Nachmittag dafür opferte, die Hintergründe zu montieren.
Ich ziehe meinen Hut vor Euch! DANKE!












Die zahlreichen Spekulationen um eine neue Profi-Kamera von Nikon haben endlich ein Ende.
Calle Hackenberg: Profibuch Photoshop