Bildtechnik: Leica M9, Summicron-M 2.0/75mm, Blende 2.8, 1/2000″, ISO-200, keinerlei Nachbearbeitung
Ich mag einfach diese fotogenen Kleinigkeiten, die man überall entdecken kann. Man braucht bloss die Augen richtig offen zu halten. Zum Beispiel dieses kleine, junge Blatt, das sich ganz alleine aus dem Sand eines grossen Sandstrands auf Ko Samui (Thailand) reckt. Wie durch ein Wunder wurde es bisher (noch) nicht von achtlosen Touristen zertrampelt. Die Schuhabdrücke rund um das Zweiglein sind allerdings bedrohlich nah…
Bilder sehen und gestalten ist u.a. ein wichtiger Bestandteil meiner diversen Fotokurse. Besonders zu empfehlen wären dazu «Fotopraxis Kompakt» oder der «ZEN Art Workshop». Frühzeitige Buchung empfehlenswert.
An einem der immer noch kalten Sonntage des vergangenen März sah ich während eines Spaziergangs dieses kleine Kunstwerk der Natur auf der Eisoberfläche eines kleinen, zugefrorenen Weihers in der Nähe von Sursee. Spontan dachte ich: Das ist doch wie Kunst auf dem Eis – «Art on Ice» eben… Und wunderschön!
Für alle Anhänger des gleichnamigen Eiskunstlauf-Events seien hier die nächsten Termine von «Art on Ice» erwähnt: 3.-6. Feburar 2011 in Zürich und am 18. Februar 2011 in St. Moritz. Alle Details dazu hier.
Ich gebe zu, ich war noch nie an einer solchen Vorstellung. Aber wer weiss… Jedenfalls wünsche ich beim Betrachten dieses Bildes etwas Abkühlung beim zur Zeit so schönen, heissen Sommerwetter.
Sonnenaufgang, fotografiert… von wo? Siehe Wettbewerbsfrage unten!
Bildbesprechung: Das Sprichwort im Titel dieses Artikels kennen wir alle. Bezogen auf die Fotografie kann es bedeuten, dass früh am Morgen, unmittelbar nach dem Sonnenaufgang, für Fotografierende eine kurze Zeit lang eine goldene Lichtstimmung herrscht. Dieses Bild entstand im Juli 2009 kurz vor sechs Uhr in der Früh auf einem Berggipfel in der Schweiz. Die ersten Sonnenstrahlen beleuchteten die Felswand im Vordergrund sowie die hohen Bergspitzen ganz im Hintergrund. Die Hügel- und Bergketten dazwischen lagen noch im Schatten des Morgens. Solche Motive bieten sich einem besonders im Sommer an, wenn auch höhere Regionen der Schweiz schneefrei sind. Und eben, am frühen Morgen. Die viel zitierte Übersetzung des Begriffs Fotografie = «Mit Licht malen» stimmt hier ganz besonders. Man muss eigentlich nur noch die Kamera ausrichten und auslösen.
Foto-Tipp: Eher knapp belichten (-1 oder sogar -2 EV), um die Lichtstimmung nicht zu zerstören. Die Vollautomatik der Kamera würde ein solches Motiv zu grosszügig belichten. Alternativ eine Selektivmessung auf das Licht vornehmen, in diesem Fall auf die beleuchtete Felswand im Vordergrund.
Wettbewerb: Von welchem Standort aus wurde dieses Bild fotografiert? Antworten bitte per Kommentar hier im Blog. Aus den richtigen Antworten werden 1×100 Fr. in Bar verlost! Oder es gewinnt die Antwort, die der Lösung am nächsten kommt. Dieser Wettbewerb läuft bis am 9.7.2010, 12:00 Uhr.
Bildtechnik: Leica M8.2, Summicron-M 2.0/75mm (100mm KB), Blende 16, 1/6″, ISO-160
Bettwäsche auslüften in der Zürcher Altstadt.
Bildbesprechung: Soweit ein nettes Bildchen mit dem berühmten «roten Punkt». Eine wirkliche Bedeutung gewinnt es erst, wenn man weiss, wann es aufgenommen wurde: Kurz nach 17 Uhr an einem Freitag… So so, um diese Zeit erst aufgestanden? Oder lebt hier ein Nachtwächter, der jetzt bald zur Arbeit muss? Jedenfalls ist um diese Zeit nicht «Bettwäsche-aus-dem-Fenster-hängen-Zeit». :-) Was immer einem beim Betrachten dieses Fotos durch den Kopf geht: Fest steht, dass das Bild erst in Kenntnis der Aufnahmezeit die vom Fotografen beabsichtigte Emotion auslösen kann. Da nun Dritte diese nicht kennen, bräuchte die Aufnahme eine sog. Bildunterschrift (kurzer Text), die dann zusammen mit dem Foto die gewünschte Pointe ergibt.
Fazit: Bildbetrachtende kennen die Aufnahmeumstände eines Fotos nicht und erachten es deshalb unter Umständen als langweilig, weil sie die Bildaussage ohne weitere Informationen nicht genügend genau erfassen können. Bei Aufnahmen dieses Typs also am besten eine Bildunterschrift dazu geben, damit die fotografische Pointe verständlicher wird.
Bildtechnik: Leica M8.2, Summicron-M 2.0/75mm (100mm KB), Blende 8, 1/350″, ISO-160
Aussichtspunkt auf einem Wanderweg im Berner Oberland mit Brienzersee.
Bildbesprechung: Zunächst ist dies ein typisches Erinnerungsbild von einer Wanderung. Es zeigt eine schöne Aussicht mit See, Bergen und blauem Himmel. Dagegen ist nichts einzuwenden. Dieses Foto «funktioniert» deshalb, weil es den für Landschaftsaufnahmen so wichtigen Vordergrund enthält (siehe Titel dieses Artikels). Er verschafft der Aufnahme die nötige Tiefe und lässt den Bildbetrachtenden die Distanzverhältnisse im Foto einfach abschätzen. Er trägt somit auch zu einer schnellen Erfassung des Bildinhalts bei, was eine wichtige Regel der Fotografie ist (mal abgesehen von abstrakter Fotografie und Bildverfremdungen). Zu meinem Glück trug die Dame auf der Bank auch gleich noch eine rote Jacke, deren Farbe schön mit dem Grün des Wiesenrands harmoniert. Auch eine stimmige Ausrichtung des Wanderwegschildpfostens in der Vertikalen war hier wichtig. Eine stark geschlossene Blende sorgte für eine grosse Schärfentiefe, und das seitliche Licht von links verleiht den Hügelzügen im Hintergrund die nötige Plastizität. Nicht ganz optimal ist die Anordnung der Bildelemente im Vordergrund. Bei Wanderschnappschüssen dieser Art muss man die Dinge manchmal aber so nehmen, wie sie sind. Ich bin froh, das Motiv schnell eingefangen zu haben, denn nur kurze Zeit später stand die Frau auf und wanderte weiter. Hätte ich hier zu lange mit Standort- und Perspektivensuche rumprobiert, wäre das Bild gar nicht erst entstanden.
Bildtechnik: Leica M8.2, Summicron-M 2.0/28mm (37mm KB), Blende 16, 1/125″, ISO-160
Gerne weise ich noch auf meinen nächsten Fotokurs hin, der am 15. Juni 2010 von 17:00-21:00 Uhr stattfindet. Details & Anmeldung hier.
Heute habe ich, wie früher in diesem Blog angekündigt, Bilder meiner Leserinnen und Leser kritisch gewürdigt. Es freut mich sagen zu können, dass ausschliesslich gute, tolle Bilder eingereicht wurden (siehe unten).
Auf meiner Facebook-Gefällt-Mir-Seite (Fan-Seite war doch viel einfacher, oder?!) könnt ihr weiterhin Bilder hochladen, die ihr von mir beurteilt haben wollt. Ich kommentiere die Bilder dort aus fotografischer Sicht und hoffe, damit einen nützlichen Beitrag für eure eigene Fotopraxis zu leisten. Die Bilder und meine Kommentare dazu findet ihr an der Pinwand der vorgängig genannten Facebook-Seite bzw. im Album «Fan-Fotos» (falls ihr die Bilder wirklich dorthin hochgeladen habt).
Die in diesem Artikel gezeigten Bilder eingereicht und meine kritische Würdigung und Bildbesprechung dazu erhalten haben heute: Alex Giss, Isabelle Bachmann und Andreas Aerni (Aendu bloggt übrigens auch toll, siehe aendu2null) – herzlichen Dank für eure Bildbeiträge! Wenn euch dieser Service gefallen hat, nutzt und empfiehlt ihn bitte weiter.
Zum Schluss darf ich noch auf den nächsten Kompaktfotokurs hinweisen, der am 15. Juni 2010 von 17:00-21:00 Uhr in Zofingen stattfindet. «Kompakt» deshalb, weil du in kurzer Zeit praktische, direkt umsetzbare Tipps für bessere (Ferien-)Fotos erhältst. Maximal 8 Teilnehmende, zur Zeit noch 4 Plätze frei… hurry up!
Abendstimmung in Richtung Nordwesten vom Brienzer Rothorn aus, Oktober 2009.
Bildbesprechung: Es gibt Bilder, an denen gibt es fototechnisch wenig bis nichts auszusetzen, sie strahlen sogar eine gewisse Stimmung aus, sind aber trotzdem keine wahren «Hingucker». Ich denke, dieses Foto ist so ein Bild. Ich fotografierte es nach einer Wanderung am Abend vom Brienzer Rothorn aus. Das Bild ist absolut scharf (Kamera auf Stativ), es bietet eine interessante Lichtstimmung vor bzw. zwischen den Bergketten, der Horizont liegt etwa im Goldenen Schnitt, der Himmel bietet Wolken mit zum Gesamtbild passenden Strukturen und eine schöne Farbstimmung. Auch die Belichtung des Motivs wurde gut getroffen. Trotzdem fehlt dem Bild aber – meiner Meinung nach – das «gewisse Etwas». Irgendwie empfinde ich es heute als tendenziell eher langweilig. Vielleicht auch deshalb, weil man solche Bilder schon oft gesehen hat? Oder weil es keine alternative Sicht auf die Dinge bietet? Dem Bild fehlt das Überraschende, etwas «so-noch-nicht-Gesehenes», ein Element, das einem zur längeren Betrachtung in den Bann zieht. Vielleicht würde es in eine Zen Art Bildserie passen, die spitzen Bergketten sprechen allerdings sogar gegen dieses Ansinnen (spitze Gegenstände sind eher beunruhigend als beruhigend).
Mein persönliches Fazit: Schönes, technisch einwandfreies Landschaftsbild, aber kein Hingucker. Was denkt ihr darüber? Wie empfindet Ihr dieses Bild? Ich freue mich auf eure Meinungen!
Bildtechnik: Leica M8.2, Summicron-M 2.0/75mm (100mm KB), Blende 6.7, 1/4000″, ISO-160
Das Datum des nächsten Kompaktfotokurs Bessere Ferienfotos (max. 8 Teilnehmende!) ist der 5. Mai 2010 von 17:00-21:00 Uhr.